Leben auf engstem Raum
Saliah Kazan und ihre Kinder leben in Istanbul in einer kleinen Ferienwohnung, die sie aus Angst vor den eigenen Brüdern oder denen des Mannes nur selten verlassen. Wer sich als Kurdin vom Mann trennt muss mit Blutrache rechnen.
Die Kinder können nicht zur Schule gehen. Sie sprechen kein Türkisch, können also keine türkische Schule besuchen. Und selbst wenn sie Türkisch beherrschten, würden sie in der türkischen Schule als "Ausländer" gemobbt, wie uns eine Mitarbeiterin einer UNO-Fraueneinrichtung in Istanbul versicherte. Und die deutschsprachige Schule in Istanbul nimmt die Kazan-Kindern nicht auf, weil sie einen türkischen Pass haben.
24 Stunden auf engstem Raum zusammen ohne Perspektive auf eine Zukunft, in völliger Isolation, das ist für uns kaum vorstellbar.
Aber die Kazans nehmen dieses Leid auf sich. Sie ertragen es nur mit der Hoffnung, dass sie eines Tages - wenn möglich, bald - wieder nach Deutschland zurückkehren können.
Spielen
Man beschäftigt sich eben so gut, wie es geht. Lernt, spielt Schule, schreibt Tagebücher, liest...
erledigt die Hausaufgaben, die per Telefon aus Detuschland aufgetragen werden.